Donnerstag, 13. Februar 2020, 19:30 Uhr in der Kunsthalle Würth (Adolf-Würth-Saal): Eric Wrede liest aus seinem Buch "The end".

Donnerstag, 13. Februar 2020, 19:30 Uhr in der Kunsthalle Würth (Adolf-Würth-Saal): Eric Wrede liest aus seinem Buch "The end".
Bestatten, Eric Wrede!
Wie kommt man vom Plattenteller über das Managerbüro zum Eichensarg? Warum trägt dieser Mann Schiebermütze, Tattoos und Cordanzug statt rahmenloser Brille, Igelschnitt und Pelerine? Was bewegt einen Menschen dazu, mit 30 Jahren und einer erfolgreichen Karriere noch einmal alles über Bord zu werfen, um Fremde auf dem schweren Weg der Trauer zu begleiten? Die Antworten auf alle diese Fragen verstecken sich in der Biographie von Eric Wrede, 36, Bestatter aus Berlin.
Geboren wurde Wrede im letzten Jahrzehnt des real existierenden Sozialismus an der ostdeutschen Riviera in Rostock. Im Alter von vier Jahren zog er mit seiner Mutter, einer Ärztin, seinem Vater, einem Sportleiter und seiner Schwester, damals noch ein Kind, in den bis heute absolut Hipster-resistenten Berliner Bezirk Weißensee. Nach dem Abitur studiert der meistens etwas überdrehte Eric dann Germanistik sowie Geschichte und haut sich die Nächte als Schallplattenunterhalter um die Ohren. Er taucht immer tiefer in die Musikszene der Hauptstadt ein und landet schließlich beim heutigen Kulturstaatssekretär Tim Renner und seiner damaligen Firma Motor Entertainment. Eric wird Musikmanager. Er erkennt Talent, plant Karrieren, zählt Verkäufe und schätzt Risiken ein. Es läuft gut.
Irgendwie reicht ihm das aber nicht, die Leidenschaft zur Musik erstickt unter der Last der Vermarktbarkeit und Eric, der ohnehin nicht viel vom Konzept eines Chefs hält, hört auf Musikmanager zu sein und ist erst ein mal nichts außer Eric. An dieser Stelle müsste jetzt eigentlich die Mär von der großen, alles überstrahlenden und wegweisenden Idee erzählt werden, tatsächlich jedoch herrscht zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Ratlosigkeit. Wrede weiß nicht, was er wirklich machen will und schreibt eine Liste mit Dingen, die er mag und Sachen, die er auf den Tod nicht ausstehen kann. Die drei wichtigsten Punkte auf dieser Liste lauten: „Kein Chef“ „etwas verändern“ und „Ich habe ein ausgeprägtes Helfersyndrom“. Besonders der letzte Punkt ist ihm wichtig, kommen seine Freunde doch ständig mit ihren Problemen zu ihm.
Diese Erkenntnis führt aber nicht sofort zu einer konkreten Vorstellung, was das beruflich bedeuten könnte. Erst als er eines verregneten Sommertages das Radio anschaltet und ihm die Geschichte vom Trauerbegleiter Fritz Roth entgegenschallt, macht es Klick. Der ehemalige Manager eines Energiekonzerns hatte in Bergisch-Gladbach den ersten privaten Friedhof der Bundesrepublik gegründet und seit den Achtzigerjahren nach alternativen Wegen der Trauerarbeit gesucht.Eric entschließt sich also Bestatter zu werden. Er lernt das Handwerk erst einmal in einem ganz klassischen Berliner Betrieb und erfährt alle Details des Bestattungswesens – vom Waschen und Reinigen der Verstorbenen bis zum Einbalsamieren und Aufbahren. 2014 gründet er dann sein eigenes Unternehmen mit dem ungewöhnlichen Namen „Lebensnah Bestattungen“. Eric will mit seiner Firma ein paar Dinge anders machen als es in einer Branche üblich ist, die teilweise noch genau so funktioniert wie vor hundert Jahren. Fast alle Bereiche des Lebens sind heute mindestens modernisiert, viele sogar umgewälzt und einige gar revolutioniert.
Es wird über alle möglichen Formen der Sexualität gesprochen, aber über den Tod zu reden bleibt etwas Seltsames. Daran möchte Eric rütteln – mit individuellen Trauerfeiern, intensiven Gesprächen mit Hinterbliebenen und einer zeitgemäßen Trauerbegleitung, die den Tod nicht aus dem Leben verdrängt, sondern ihn als Teil dessen begreift, was uns menschlich macht.

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